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Was und wer, wo und wie? Facebook und die Suche im Social Graph.

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Was und wer, wo und wie? Facebook und die Suche im Social Graph.

Heute meldet mir Facebook “Die Suche im Social Graph wird jetzt eingeführt.” Was bedeutet das? Facebook schreibt dazu: “Es erleichtert Nutzern die Suche nach Fotos und anderen Dingen, die Du mit Ihnen geteilt hast.”

Ich habe die neue Suche im Social Graph ausprobiert.

Klicke ich jetzt oben in mein Suchfeld kann ich eine durchsuchbare Liste meiner Freunde auswählen. Die Liste zeigt mir alle meine Freunde mit Bild und Kurzzusammenfassung.

Die Freunde-Liste kann ich jetzt nach verschiedenen Kriterien filtern z.B.

Alle meine Freunde
+ die meine Lieblingsband mögen
+ meine Lieblingsserie im Fernsehen schauen
+ mein Lieblingsbuch gelesen haben.

Bei jedem Kriterium wird die Liste kürzer, am Ende bleiben drei meiner Freunde über, die diese Gemeinsamkeiten teilen.
Sehr spannend um gemeinsame Interessen zu entdecken 🙂

Das geht auch mit Fotos

  • Fotos von meinen Freunden.
  • Fotos von Freunden die in meiner Heimatstadt aufgenommen wurden.
  • Oder Fotos die Freunden gefallen die gerne Katzen mögen.

Wenn man neugierig ist probiert man natürlich auch ganz andere Suchanfragen:

  • Welche meiner Freunde sind gerade Single?
  • Welche meiner ehemaligen Mitschüler haben sich scheiden lassen?
  • Fotos von allen männlichen Singles der Stadt zwischen 30-40 Jahren.

Es fallen mir schnell viele weitere mehr oder weniger ernstgemeinte Suchanfragen – man kann leicht viel Zeit damit verbringen.

Aber ein wenig unwohl fühle ich mich bei solchen Suchanfragen schon,

wie eine Stalkerin die heimlich Leute ausspioniert. Und wenn man sich dann vorstellt, dass andere das auch mit den eigenen Daten machen?
Ich weiß selber nicht mehr, bei welchen Fotos ich irgendwann einmal beiläufig auf “gefällt mir” geklickt habe, müssen andere das denn wissen?
Und ich würde mich auch nicht besonders wohl bei dem Gedanken fühlen, dass in den Suchergebnissen zu “Singles unter 30 in Münster” mein Gesicht auf fremden Bildschirmen auftauchen wird, obwohl ich es OK fand, in meiner Chronik Ort, Alter und Beziehungsstatus anzugeben.

Was ist anders?

Wir haben kein Problem damit, dass unsere Daten an der Stelle auftauchen, an der wir sie hingeschrieben haben. Das Problem entsteht, wenn sie an anderen Stellen auftauchen – unsere Änderungen auf den Startseiten unserer Freunde, unsere Geburtstage im Veranstaltungskalender, unser Gesicht auf Millionen fremder Bildschirme… und wir wissen nichts davon.
Wenn diese einzelnen Informationshäppchen auch noch unkontrollierbar zu einander in Beziehung gesetzt werden, verstärkt sich das Problem.
Zusammenhänge können sichtbar werden, an die uns gar nicht bewusst waren und wir sind verunsichert, da so ein Bild von uns entstehen kann, dass wir nicht steuern können.

Und was nun? Meckern, wie Facebook mit unseren Daten umgeht?

Den Daten, die wir Facebook anvertraut haben?
Auch wenn es sich die neue Suche im Social Graph erstmal etwas merkwürdig anfühlt, finde ich sie gut. Denn all diese Möglichkeiten gab es eben schon vorher – nur eben nicht so praktisch und so komfortabel. Ich finde es deshalb sinnvoll, dass uns Facebook dies über die neue Funktion noch einmal vorführt. Das Ganze mit dem “alle Informationen im Internet und der orts- und zeitunabhängigen Abrufbarkeit und der Möglichkeit diese Daten zusammenzufassen und zu vergleichen” – das alles geht noch nicht so wahnsinnig lange und wir müssen erst einmal begreifen, was wir da tun und welche Konsequenzen das haben kann.

Auf diese Weise werden wir eben etwas drastisch dazu erzogen, bewusster mit Likes und all den anderen belanglosen Informationen umzugehen – denn das Ganze ist, wie immer, mehr als die Summe der einzelnen Teile. Und wir müssen uns ein eigenes Bild davon machen, was mit unseren Daten geschieht – nach wie vor zwingt uns niemand, unsere Daten dort anzugeben, es liegt also in unserer eigenen Verantwortung:

Facebook bestimmt zwar WO man unsere Daten sehen kann und WIE sie dargestellt werden. Aber wir bestimmen WAS man über uns wissen darf und WER das wissen darf.

Was jetzt zu tun ist

  • Alte likes, auf die man keinen Wert mehr legt zurücknehmen
  • Unbedeutende Beiträge, die nicht mehr aktuell sind löschen
  • Wenn man nichts Altes löschen möchte, dann die Sichtbarkeit auf “nur ich” einschränken.
  • Wenn wir uns damit nicht wohlfühlen, dass bestimmte Menschen bestimmte Infos in solchen Zusammenhängen sehen können, dann müssen wir die Sichtbarkeit mit Hilfe von Freundeslisten etwas einschränken.

Auf der sicheren Seite liegt man immer mit einer Freundesliste, in der nur Personen sind, mit denen man sich wohl fühlt, denen man vertraut und die Infos auch in Zusammenhängen, die Facebook geschaffen hat, richtig interpretieren können.

Also:

Zeit noch einmal die Privatsphäreeinstellungen und Freundeslisten zu überprüfen und im Aktivitätenprotokoll aufzuräumen.

Und in Zukunft:

Weitermachen wie bisher, hin und wieder ein wenig aufräumen! Facebook gibt uns dazu Tipps: http://www.facebook.com/about/graphsearch/privacy

Eine Vorschau der Suche im Social Graph und mehr Infos bekommt ihr hier: https://www.facebook.com/about/graphsearch

Hier kann man die neue Suche auch schon ausprobieren, wenn man seine Sprache auf English (US) einstellt.

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